05.01 2022

Fassadenbegrünung an den Oberen Waldplätzen 12

Lange galten begrünte Flachdächer unter ökologisch bewussten Bauherren als Mittel der Wahl. Doch spätestens, seitdem zunehmend PV-Anlagen diesen Platz beanspruchen, geraten hierfür vermehrt Fassaden in den Blick. Experten haben diesen Ansatz nun an einem Bürogebäude in Stuttgart realisiert. Die Ausgangslage war dabei nicht ganz einfach.
Lange galten begrünte Flachdächer unter ökologisch bewussten Bauherren als Mittel der Wahl. Doch spätestens, seitdem zunehmend PV-Anlagen diesen Platz beanspruchen, geraten hierfür vermehrt Fassaden in den Blick. Experten haben diesen Ansatz nun an einem Bürogebäude in Stuttgart realisiert. Die Ausgangslage war dabei nicht ganz einfach.

Bepflanzte Fassaden sind eine Attraktion. Darüber hinaus haben sie aber auch viele Vorteile: beispielsweise für Tiere und Pflanzen, den Lärmschutz vor Ort oder das dortige Mikroklima. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass man ihnen in den vom Klimawandel immer stärker betroffenen Innenstädten in letzter Zeit öfter begegnet.

Dabei müssen sich die Bauherren, die Interesse an einer grünen Gebäudefassade haben, vorab einige grundsätzliche Fragen stellen. Dazu zählen abseits der Kostenthematik technische Aspekte der tragenden Konstruktion, der Bewässerung und Pflege sowie der Auswahl der geeigneten Pflanzen.

Mit circa 100 Quadratmetern Fläche ist die begrünte Fassade des Bürogebäudes Obere Waldplätze 12 (OWP12) in Stuttgart-Vaihingen gegenwärtig eine der größeren bepflanzten Außenwände. Vertiko, ein Fachbetrieb aus Freiburg, war hierfür verantwortlich: Von der ersten Etage bis zur Dachkante oberhalb des drittens Stockwerks und rund acht Meter in die Breite erstreckt sich die im Sommer 2021 bepflanzte Fläche.

Nordfassade als besondere Herausforderung
Das Unternehmen Vertiko bringt Pflanzen seit vielen Jahren an Wände und Fassaden. Besonderheit bei dem von Drees & Sommer selbst genutzten Bürogebäude: Die begrünte Fläche liegt auf der Nordseite, da auf der Südseite eine solaraktive Hochleistungsfassade den Bau energieautark stellt.

Eine solche Ausrichtung bedeutet für Pflanzen meist schwierigere Bedingungen: Wenig oder keine direkte Sonne, stattdessen oft tiefer Schatten, selbst wenn Fassaden in der Umgebung Licht reflektieren. Das alles hat sich bei den OWP12 auf die Auswahl der Pflanzen ausgewirkt: Winterharte Arten für schattige oder absonnige Standorte überwiegen, darunter etwa Bergenia oder Gräser. Alles in allem bestimmen die mit den Jahreszeiten wechselnden Blattfarben den Eindruck, weniger die eher unauffälligen Blüten.

Um eine Fassadenbegrünung zu realisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach den Voraussetzungen vor Ort und den Absichten des Bauherrn stehen beispielsweise bodengebundene Systeme, also Rank- oder Kletterpflanzen, zur Auswahl. Bei den OWP12 kommt ein wandgebundenes System zum Einsatz. Das heißt: Die Schicht, die die Vegetation trägt, hängt an der Wand und hat keinen Anschluss an den Boden. Im Fall der OWP12 hängen der Fassade keine vorgefertigten Pflanzmodule vor, was eine individuelle Gestaltung möglich gemacht hat. Konstruktiv ist das System als eine Kombination aus Vliesen und Gestrick, das als Ersatz für das Substrat fungiert, ausgebildet. Und das Ganze ist in Reihen angebracht, an denen auch die Bewässerung entlangläuft. Auch das Thema Brandschutz haben die Experten weiterentwickelt, sodass künftig unabhängig von Flächen und Größen geplant werden kann.

Sichere und sparsame Wasserversorgung
Als ein heikler Punkt nahezu jeder Art von Fassadenbepflanzung gilt die Wasserversorgung. Denn hier kommt es auf die richtige Menge und eine standortgerechte Dosierung an. Das Wasser für die Pflanzen an den OWP12 stammt aus einem Regenwasser-Zisternensystem auf dem Dach. Von einem Computer vollautomatisch gesteuert findet es über Leitungen den Weg in die Pflanztaschen. Weiter unten an der Fassade sitzen dabei die Pflanzen, die etwas mehr Feuchtigkeit benötigen. Oben befinden sich dagegen die Trockenheitskünstler. Das System lässt sich in Echtzeit online überwachen.

Der zweite Kostenfaktor ist in aller Regel die Pflege. Hier verfügt das System über eine Art eingebauter Kostenbremse: Durch die dichte Pflanzung und die knapp bemessenen, beinahe ganz geschlossenen Pflanztaschen findet „Fremdaufwuchs" kaum Platz. Die Pflegmaßnahmen beschränken sich zweimal im Jahr darauf, verblühte Triebe auszuputzen und altes Laub zurückzuschneiden.

Mehr Informationen finden Sie unter:
Neubau Bürogebäude Obere Waldplätze 12, Stuttgart (dreso.com)
Neubau Bürogebäude OWP12 - Ökologisch und lebendig: Grünfassade - YouTube

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