09.06 2021

Cradle to Cradle: Worauf es bei der „echten“ Kreislaufwirtschaft ankommt

Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy – das hört sich zunächst einmal gut an. Suggerieren diese Begriffe doch die Abkehr vom Take-Make-Waste-System hin zu der Idee, Rohstoffe immer wieder neu zu verwenden. Schaut man jedoch genauer hin, so ist die konventionelle Circular Economy ein Etikettenschwindel. Denn wo Circular Economy draufsteht, ist häufig keine echte Kreislaufwirtschaft drin.
Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy – das hört sich zunächst einmal gut an. Suggerieren diese Begriffe doch die Abkehr vom Take-Make-Waste-System hin zu der Idee, Rohstoffe immer wieder neu zu verwenden. Schaut man jedoch genauer hin, so ist die konventionelle Circular Economy ein Etikettenschwindel. Denn wo Circular Economy draufsteht, ist häufig keine echte Kreislaufwirtschaft drin, die ernst nimmt, wofür sie stehen sollte. „Die heutige Kreislaufwirtschaft hat sich aus der Abfallwirtschaft umbenannt, aber nichts verändert", sagt Peter Mösle, Geschäftsführer der EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer und ergänzt: „Es gibt einige Falschspieler, die aus giftigem Abfall neue Produkte machen und dann von Circular Economy sprechen." Aus Abfall werde bei ihnen weiterer Abfall, Waste to Waste statt Cradle to Cradle®.

Cradle to Cradle – von der Wiege zur Wiege – heißt das Gegenmodell. Bei C2C-Produkten kommen nur Nährstoffe zum Einsatz, die nachweislich schadstofffrei sind. Die Qualität der verwendeteN Nährstoffe bleibt erhalten. Wer sich dem C2C-Designprinzip verschrieben hat, produziert Güter so, dass sie wieder auseinandergebaut werden können. Ihre Inhaltsstoffe liegen dann sortenrein getrennt vor. So können daraus immer wieder neue Güter entstehen – ohne neue Rohstoffe zu verwenden. Gebäude fungieren nicht mehr nur als Orte zum Wohnen oder Arbeiten, sondern auch als Rohstofflager.

Die echte Kreislaufwirtschaft basiert auf dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Sie ist bestrebt, keinen Abfall mehr zu produzieren. Sie schafft stattdessen Industrieprodukte, Gebäude und Stadtquartiere, deren Wert bestehen bleibt, wenn ihr erster Nutzungszweck erfüllt ist. In der echten Kreislaufwirtschaft sind Mülldeponien überflüssig. Wirtschaftlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Ökologie vereint sie, statt darin unversöhnliche Prinzipien zu sehen. Nachhaltigkeit ist in erster Linie Innovationschance statt Last.
Die 2019 gegründete EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer steht für eine solche Circular Economy. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, C2C als neues Designprinzip für Industriegüter und Gebäude zu etablieren – und damit eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen, die nützlich und gleichzeitig profitabel ist. Cradle to Cradle gehört zu den wegweisenden Konzepten für Unternehmen, die eine Beneficial Company werden wollen – also der Umwelt mehr zurückgeben, als sie durch ihre unternehmerische Tätigkeit von ihr nehmen.

Wert- und Wertevermittlung ist eine der EPEA-Missionen. Ziel: die Unternehmen auf dem Weg zu einer Beneficial Company leiten und begleiten. „Ein Paradigmenwechsel hin zum Wachstum 2.0", nennen die EPEA-Macher das. Darunter ist kein Verzicht zugunsten einer guten Sache zu verstehe ist, sondern ein Wachstum, das positiv und profitabel ist.

Schwergewichte mehrerer Branchen sind bereits an Bord, die Liste der Partner wächst kontinuierlich. Die entstandenen Produkte – Teppichböden, Fenstersysteme, Fahrradreifen, Buntstifte, Poloshirts, Plastikverpackungen und vieles mehr – bestechen durch Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit. Die niederländische Gemeinde Venlo baute unterstützt von EPEA ihr neues Rathaus. In Düsseldorf entsteht gerade ein Holzhybrid-Bürogebäude, das CO2-Emissionen spürbar reduziert und dessen Komponenten – auch dank reversibler Verbindungen – irgendwann einmal auseinandergenommen und wiederverwendet werden können. „The Cradle", wie das Haus passenderweise heißt, ist weit in die Zukunft gedacht. Auch das zählt zum Selbstverständnis von EPEA: Die Zukunft ist dafür da, angepackt zu werden. Jetzt.

Interessieren Sie sich dafür, wie andere Unternehmen sich nachhaltig transformieren? Die Themenreise „People Process Places" ist eine interdisziplinäre, branchen- und länderübergreifende Dialoginitiative von Drees & Sommer. Zusammen mit zahlreichen Sponsoren, Ideen- und Gastgebern greift sie Jahr für Jahr an unterschiedlichen Standorten Aspekte der analogen und digitalen Transformation auf.

In diesem Jahr steht der „Aufbruch zur nachhaltigen Transformation" im Zentrum – unter anderem die Verschmelzung von Ökonomie und Ökologie, die zum gewinnbringenden Alleinstellungsmerkmal unserer Städte, Standorte und Unternehmen werden kann.

Hier erfahren Sie mehr über die aktuelle Themenreise 2021 und zu welchen Stationen, Sie sich noch anmelden können.

Themenreise (dreso.com)

Gipfeltreffen der Weltmarktführer 2021

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